Unser Trip sei gecancelt – sagte man uns nachdem wir eine halbe Stunde vergebens am vereinbarten Treffpunkt gewartet hatten. Mit einer gebuchten Touristenreise wollten wir die DMZ besichtigen. Um 11:20 warteten wir frierend an einer Tankstelle einer stinkenden Kreuzung mitten in Seoul, doch keiner kam, um uns abzuholen… doch wie die Koreaner sind, buchten sie uns nach einigen Handytelefonaten ganz spontan auf eine andere Reisegruppe um und 10 min später waren wir in einem Minibus mit Amis, Australiern, Engländern, einer Türkin und zwei Pakistani unterwegs. Unser Reiseleiter, ein in Hawaii studierter Koreaner (wahrscheinlich reicher Eltern), berichtete uns erstmal in breitem amerikanischen Akzent von seinen Hobbies: Snowboarden, Golfen und Motorradfahren und wie viel Geld er für die Ausrüstungen hinlegt (viel zu viel!). Auch wenn er den Namen Kim trägt (wie 50% aller Korener, der Rest heißt Lee oder Choe), entsptringt er einem speziellen Kim-Klan, königliches Blut flösse in seinen Adern. Aber man muss unserem angeberischen Guide lassen: man konnte ihn gut verstehen und er hat uns viel Interessantes erzählt. Zum Beispiel, dass es gar nicht so einfach für ihn ist eine Frau zu heiraten, da nämlich in Korea heiraten innerhalb in der Familie (und dabei sind mehrer Duzend Generationen eingeschlossen) per Gesetzt verboten ist und Kims gibt es ja nun mal eine Menge…Nach einer halben Stunde Fahrt auf einer Straße, die mit Stacheldraht und Militärposten zur Flussseite hin ausgestattet ist (damit keine Nordkoreaner hier über den Fluss an Land kommen), erreichten wir die Touristenattraktion DMZ. Ein riesiger Parkplatz, ein Vergnügungspark, die Friedensbrücke und ein Ausblick in Richtung Nordkorea erblickten wir. Uns war noch nicht so ganz klar ob man und wo man jetzt Nordkorea sah, alles war rundum von Stacheldraht umzäunt und jenseits der Friedensbrücke sah das Land genauso kahl, hügelich und gelb-bräunlich aus, nur dass wir auf der Sonnenseite standen und über Nordkorea der Himmel bedrohlich dunkel aussah…
Mit einem größeren Reisebus fuhren wir schließlich durch den „Checkpoint Charly“, nachdem von einem Grenzsoldat die Pässe kontrolliert wurden. Keine Fotos durften nun gemacht werden, nicht aus dem Bus heraus und auch bei den Aussichtsplätzen nur in vorgegebene Richtungen und nie auf Soldaten…
Nordkoreaner konnten wir nicht erblicken, als wir eine Blick auf einem der Beobachtungsplatformen des Militärs herunter auf die karge Landschaft warfen, die wie man uns sagte schwer vermint sei und an dessen Ende man Stacheldraht sah und eine nordkoreanische Stadt nur erahnen konnte am Fuße einer riesigen Fahnenstange mit einer nordkoreanischen Flagge. Sehr unheimlich! Touristen die Fotos jenseits der gelben Linie schossen wurden die Kameras von Soldaten abgenommen und zumindest die Speicherkarte auch nicht wieder zurückgegeben.
In diesem entmilitarisierten Streifen Land, leben Bauern, die keine Steuern zahlen müssen, da sie sich erhöhter Gefahr aussetzten. Da das Land aber wohl sehr fruchtbar ist und in den letzten Jahren glücklicherweise alles friedlich geblieben ist, erzählte man uns seinen dies wohl mit die reichsten Bauern des Landes. Vor allem weil hier der teuerste Ginseng angebaut wird (für so ein Schüsselchen gemahlener, sechsjähriger Wurzeln zahlt man schon so um die 250 €). Aber die kleinen Orte sind vollkommen isoliert und wirken sehr einsam.
2 Kommentare:
Hi Maria,
also das hört sich ähnlich beklemmend der innerdeutschen Grenze an. Nur dass da die Mienen alle auf einer Seite waren und den Westen am Emigieren ins Arbeiter und Bauernparadies hinderten. Ob allerdings die Befestigungen und Zäune für die Nordkoreanischen Zäune auch von Südkoreanischen Firmen kommen wäre interessant zu wissen. Aber vieleicht haben die Koreaner ja diesbezüglich nicht die Deutschen nachgearmt.
Auch ja und Ostdeutsche Grenzer zu sehen, wäre gar kein Problem gewesen.
Ciao
Jochen
Also ich kenn noch nen Koreaner Kwan...Ist das auch geläufig?? Oder ist er etwa ein Unikat?
Ich finde Kimchi klingt jedenfalls ganz gut, vielleicht biste einfach nur übersättigt...
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