Montag, 28. April 2008

Jeju - Das Paradies Koreas

Am 24. April flogen Peter und ich nach Jeju-City. Vom Flughafen mussten wir dann noch mit einem Bus auf die andere Seite der Insel nach Jungmun fahren, wo Matthias mit seinen beiden Kollegen aus dem AK eine Unterkunft hatten. Matthias war wegen einer Konferenz schon eher da. Die Koreaner fanden es glaube ich etwas befremdlich, dass für uns drei (Matthias, Peter und mich) es ganz normal ist, dass ich als Frau mir mit den vier Jungs das Zimmer teile…

Am nächsten morgen hatten Peter, Matthias und ich die erste dicke Auseinandersetzung. Es ist wohl normal, dass man sich nach zwei Monaten ständigem Beisammen sein ein bisschen auf die Nerven geht. Aber nachdem wir vor der Wahl standen die Insel für die nächsten Tage alleine zu besichtigen, rauften wir uns zusammen und so klappte es die nächsten Tage auch ganz gut.
Am Freitag besichtigten wir die sechseckigen Vulkansäulen an der Küste Jungmuns und den schönen Strand. Dort kam allerdings eine Horde Schüler auf die Idee sich mit einem riesigen Radau gegenseitig mit Kleidern ins Wasser zu schupsen und somit war es aus mit der Ruhe und dem gemütlichen Lauschen des Meeresrauschens. Hin und wieder sprachen sie uns mit „Hi – how are you?“ an und zogen dabei kichernd weiter. Es sollte uns noch öfter passieren, dass wir als Touristenattraktion auch mal zum Fotomodell wurden.

Zwischen den schwarzen, spitzen Lavafelsen konnten wir außerdem die Haenyeos beobachten. Frauen, die in Neoprenanzügen im Meer nach Seegurken, Muscheln und Octopussen tauchen. Dabei sehen sie wie Haubentaucher aus, wenn man kurz die Fußflossen sieht, bevor sie minutenlang abtauchen, immer in der Nähe ihrer Boje. Wir waren überrascht, dass dieser für Frauen traditionelle Beruf auf Jeju noch ausgeführt wird. Diesen Frauen sind etliche Statuen auf der Insel gewidmet. Noch häufiger sieht man allerdings die Steinmännchen des „Jeju-Opas“ (siehe Bild), der Vorfahre aller Jeju-Bewohner.

Samstag zogen wir früh los, um den Berg Hallasan zu besteigen und seinen Vulkankrater zu besichtigen, der wie fast alles Schöne auf der Insel zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Nachdem wir (dank Peters Basic-koreanisch-Kentnissen) es geschafft hatten mit einem Bus zum Einstieg des Wanderpfades zu gelangen, machten wir uns auf den Weg. 9 km über ein Geröllweg ging es 1000 m bergauf. Es wurde immer kälter und der Weg immer unwegsamer und als wir fast oben waren, wurde der Wind so stark, dass wir an ein Umkehren dachten. Aber da auch alle 70 jährigen Opas und Ajummas eisern ihren Weg fortsetzten (nicht ohne sich hin und wieder an einem Felsen festzuklammern oder ein Picknickpäuschen hinter den Felsen zu versanstalten) mussten auch wir bis auf die Spitze rauf. Wir wurden übrigens ständig von den viel älteren Koreanern überholt, die sind da regelrecht hochgejoggt.
Auf der Kante des Kraters konnten wir leider nicht unsere geplante Picknickpause durchführen, da es so windig und kalt war, dass wir Mühe hatten uns auf den Beinen zu halten. Den Schülern einer Klassenfahrt (wahrscheinlich die gleichen vom Vortag), die alle in gelbe Plastikregencapes gehüllt waren, wurden die Capes vom Wind zerrissen und die gelben Fetzen wirbelten durch die Luft. So einen starken und kalten Wind habe ich wirklich noch nicht erlebt. Deshalb begaben wir uns geschwind wieder auf den Abstieg.Am Sonntag besichtigten wir einen weiteren Krater an der Ostküste der Insel, Ilchulbong. Auch dieser zum UNESCO-Weltkulturerbe zählend war nett zu besichtigen, auch wenn es etwas diesig war und daher die Sicht etwas schlecht. Dafür genehmigten wir uns im Fischerdorf am Fuße des erloschenen Vulkans ein Mittagessen, das ziemlich teuer war für koreanische Verhältnisse. Für das Bibimbap zahlten wir doppelt so viel wie normal und Peter hatte Spaß mit seinem Seafood, denn es ist nicht immer offensichtlich, wie man die Schneckentierchen aus den gewunden Häuschen mit Stäbchen bekommt oder das Krebsfleisch aus den Scheren befreit… Mit dem Bus fuhren wir anschließend weiter nach Jeju-City, um ein günstiges Hotel direkt am Busterminal zu nehmen, das sehr günstig und sogar mit einem Bett ausgestattet war. So konnte einer auf dem Bett schlafen und zwei nach koreanischer Art auf dem Fußboden. Wir genehmigten uns noch einen kleinen Abendspaziergang am „berühmten“ zweifarbig-sandigen Strand von Jeju-City und fanden den gar nicht so schön – jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Überhaupt ist die Stadt Jeju vielleicht sogar noch hässlicher als Seoul, aber der koreanische Geschmack ist sicherlich ein bisschen anders als der Europäische und es gibt ja wirklich auch schöne Orte auf der Insel – aber als Paradies, so wie die Koreaner es beschreiben, würde ich es nicht bezeichnen.Heute morgen besichtigten wir noch schnell eine nahe gelegene Lavahöhle, Manjanggul, die mit ihren knappen 14 km die längste Lavahöhle der Welt ist (natürlich auch UNESCO-Weltkulturerbe). Es war eine imposante Höhle, dunkel wie alle Höhlen und es tropfte von der Decke – ich gestehe ich bin nicht so der Höhlenfan…
Nachdem wir noch den „Drachenfels“ direkt an der Küste der Stadt Jeju besichtigt hatten - ich war ein bisschen enttäuscht, denn da hatten wir an der Südküste schon deutlich imposantere Felsformationen gesehen – endete unser Kurzurlaub auf Jejudo.

3 Kommentare:

miR hat gesagt…

hallo
ich bin Miriam aus Mexiko
ich möchte sie kennen
ich lerne Deutsch

Dr. E. Brown hat gesagt…

Hallo
ich bin Chrishan aus Südbaden
und ich finde, dass sich dein Kurzurlaub wirklich toll und spannend anhört!
Aber wird man da nicht nervös, wenn man gerade 1000 Höhenmeter gewandert ist und dann noch mit Stäbchen in seinem Krebs rumstochern muss???
Liebe Grüße
Chrishan

Basi hat gesagt…

Wie? Ihr wart an keinem einzigen Wasserfall? Unfassbar...
Da habt ihr was verpasst.