Sonntag, 11. Mai 2008

Von Hügeln, Tempeln und Grotten

Samstagvormittag brachen Matthias und ich zu unserem Spontanausflug auf. In einem Cafe „Mainz-Dom“ am Expressbusterminal warteten wir auf unsere Abfahrt. Alle günstigen Expressbusse nach Gyeongju waren ausgebucht und so mussten wir den teuren „Deluxe“ - Bus nehmen… die Klimaanlage funktionierte wirklich hervorragend, so dass wir in unseren wirklich extrem bequemen Sessel tiefgefrohren nach fünf Stunden Fahrt ankamen. Nachdem die ganze Fahrt über die Sonne geschienen hatte, erwarteten uns am Ziel ein Wolkenbruch und gesunkene Temperaturen.

Die historische Hauptstadt des Shillareiches (einer der 4 ehemaligen Königreiche Koreas), die einmal die bedeutendste Kulturstadt der Welt gewesen sein soll, bot zwar einige historische Anblicke, wie Hügelgräber und ein Observatorium, doch ist sie ansonsten architektonisch so ansprechend wie alle anderen koreanischen Städte, die ich bisher besichtigt habe. Aber gelegen ist die Stadt in sehr schöner Landschaft. Von sanften, dicht bewaldete Hügelchen umgeben und nahe des Meeres.

Schnell besichtigten wir mit der untergehenden Sonne mehrere der Hügelgräber die in der ganzen Stadt verteilt zu finden sind. Es handelt sich um größere und kleinere Rasenknubbel in denen irgendwelche königlichen Gebeine und Grabbeilagen vergraben sind.
Da wir uns das Wochenende vor Buddhas Geburtstag ausgesucht hatten, waren alle Hotels ausgebucht oder doppelt so teuer wie normalerweise. Frierend rannten wir durch die verregnete Stadt und fanden glücklicherweise am äußersten Rand Gyeongjus ein Motel für 14 € pro Person und Nacht – Glück gehabt! Im Dunkeln besichtigten wir eines der ältesten Observatorien der Welt (Nationales Kulturgut Nr. 31). Ein flaschenförmiges, gar nicht so großes Steingebäude (siehe Bild).


Am nächsten Morgen zogen wir früh los, um die viel gepriesenen UNESCO Weltkulturerbestätten (natürlich!) den Bulguksa Tempel und Seokgulam Grotte zu besichtigen. Vielleicht weil wir doch schon einige Tempel gesehen haben, gefiel uns Bulguksa zwar, aber vom Hocker riss es uns nicht. Noch ein bisschen enttäuschter waren wir von der Grotte. Nachdem wir eineinhalb Stunden angestanden hatten, konnten wir an einer sitzenden Buddhastatue hinter einer Glasscheibe in einer „Grotte“ vorbeispazieren…



Nachdem wir nun auch Nationales Kulturgut Nr. 11, 20, 21 usw. gesehen hatten (hier stehen immer Nummern an den Sehenswürdigkeiten), beschlossen wir noch heute wieder zurück nach Seoul zu fahren. Denn wir hatten weder Lust auf den erneuten Kampf um ein Hotelzimmer, noch wollten wir irgendeinen Tempel besichtigen, da sie dann doch alle gleich aussehen, zumindest für das geschichtlich ungeschulte Auge. Sicherlich wären ausgedehnte Wanderungen in der landschaftlich sehr schönen Umgebung interessant gewesen, aber dafür müsste man mehrer Tage bleiben. Auf der Fahrt vernaschten wir noch traditionelle Gyeongju-Brote, das sind kleine Pfannkuchen mit Bohnenmousse gefüllt (wir nannten es nur „Budda-Brot“ ;) ).


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