Der Stand der Dinge
Bettler sehe ich hier in Seoul so gut wie nie. Ab und zu sieht man zu ganz später Stunden wie sich jemand in den U-Bahnstationen in einen Pappkarton zurückzieht und hin und wieder betteln ein paar arme, alte Menschen mit offensichtlich körperlichen Behinderungen (vielleicht Kriegsschäden?). Viel eher scheint hier jeder sein Schicksal deutlich gewissenhafter in die Hand zu nehmen als dies in Europa häufig der Fall ist. Egal wie alt, egal wie gebrechlich, jeder scheint hier einer Tätigkeit nachzugehen, die mehr oder weniger sinnvoll ist. Kaugummies im U-Bahnschacht verkaufen; sich mit diversen Putzarbeiten über Wasser haltend; gerippte DVDs oder andere wohl eher nicht Orginalware verticken; Pappe sammeln...Aber am allerhäufigsten wird irgendwelches Essen oder besser werden Snacks angeboten. Überall findet man diese kleinen Buden oder Stände, zu jeder Tages- und Nachtzeit, seien es getrocknete Titenfische, Schnecken, Larven, Fischlies, Teigwaren, Hühnerfüße, Wurzeln, Kastanien oder einfach nur ein Ei und eine Kartoffel, die von einer alten, gebückten Frau am Eingang eines Wanderweges den munteren Wanderern zu Stärkung dargeboten werden.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen