Sonntag, 18. Oktober 2009

Seoraksan

Das Seoraksan Gebirge wird als eines der schönsten Koreas beschrieben - vor allem wenn im Herbst die Laubfärbung einsetzt. Es ist wirklich sehr schön dort und besonders wenn das Wetter mitspielt. Damit hatten wir nur teils Glück. Bei der Besteigung des höchsten Berges (1708 m) des Seoraksangebirges auf südkoreanischer Seite (der Daecheongbong) erlebten wir Regen und Schneestrum. Da wir gerade einmal mit Fliesjäckchen und Schirm (den sieht man auch aus meinem Rucksack ragen) bewaffnet waren, dachte wir mehrmals an umkehren. Doch auch auf den Rat vieler Koreaner: be careful - do not go there - snowstorm! hörten wir nicht, um auf dem Gipfel von einem eiskalten Wind begrüßt zu werden, absolut keiner Aussicht, aber dafür mit der Genugtuung oben gewesen zu sein.
Ziemlich durchnässt und durchgefrohren beschlossen wir abends in eine jimjilbang (koreanische Sauna) zu gehen. Ein Abenteuer für sich. Zunächst wäscht man sich - Weiblein und Männlein getrennt - gründlich in einem riesigen Waschraum mit verschieden temperierten Bädern. Anschließend zieht man sich Schlafanzugartige Anzüge an (für Männer gab es hellblau, für Frauen orange) und darf mit diesem dann in die gemischte Sauna gehen. Der Saunabereich bestand aus einem riesigen Vergnügungsbereich mit Ruhekabinen, Fernsehbereichen, Restaurante, Spielecke für Kinder und natürlich den Saunahütten. Die Saunahütten sind gemütliche kleine Räumchen mit Bastmatten und Steinen ausgelegt auf die man sich mit seinen Anzügen legt. Es gibt zwar auch 90 ° und 19 °C warme bzw. kalte Hütten aber die 40 - 60 °C warmen schienen besonders gerne frequentiert von Koreanern, die sich gemütlich hineinlegten und dort telefonierten (ja, selbst in der Sauna ist man nicht unmobil) oder fernseh schauten...
Heute war das Wetter richtig schön! Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein - das hatte zur Folge dass wir uns auf den Wanderwegen kaum vorwärts bewegen konnten, da wir uns mit der Masse über Steine und Treppenstufen schieben mussten... ein bisschen ätzend. Aber die Aussichten haben das wiede Wett gemacht. Abschließend ließen wir uns an eine der Essenstände am Wanderweg nieder und tranken Makuli (alkoholisches Getränk) zur Ramionsuppe (Nudelsuppe) unter knallroten Spitzahorn - richtig koreanisch fühlte ich mich dabei :)

1 Kommentar:

Basi hat gesagt…

Wunderschöne Bilder. Ihr habt wohl die perfekte Zeit erwischt, wenn ich mir die Farbvielfalt so ansehe.
Auf jedenfall sehr beneidenswert, wenn man hier an der Beamline so dahinvegetiert.